Kirchenkaffee

Seit fast drei Jahrzehnten sorgen Frauen unserer Gemeinde für den Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst

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  Fast drei Jahrzehnte Kirchenkaffee in der Michaelis-Gemeinde NeugrabenGottesdienste nehmen keinen Urlaub. Es gibt sie an jedem Sonntag im Jahr. An jedem Sonntag in den vergangenen 27 Jahren gab es in der Michaelis-Kirchengemeinde in Neugraben nach dem Gottesdienst auch Kirchenkaffee, ins Leben gerufen und ehrenamtlich organisiert von Erika Neumann-Holbeck (72). Kirchenkaffee bedeutet: Man trifft sich nach dem sonntäglichen Gottesdienst im Gemeindehaus und redet miteinander, trinkt noch einen Kaffee, einen Tee zusammen. Dazu gibt es Kekse, immer liebevoll dekorierte Tische.   Das alles macht sich nicht von alleine. „Gezaubert“ werden kann nur durch menschliche Kraft. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen, die im Laufe der Jahre dafür ihren Sonntagvormittag geopfert haben, ist der Kirchenkaffee nicht vorzustellen. Das herauszustellen ist Erika Neumann-Holbeck besonders wichtig: „Ohne diese Frauen wäre das alles nicht möglich. Ich kann mich nur immer wieder dafür bedanken, dass wir im Laufe der vielen Jahre immer genügend Frauen hatten. Heute sind es so um die 12 Frauen, die sich diese Aufgabe teilen.“   Für sie war und ist der Kirchenkaffee eine Art Marktplatz der Gemeinde. Nach dem Gottesdienst schnell mal reingucken, Bekannte wiedererkennen und plauschen, sich direkt ansprechen und nicht telefonieren müssen, Probleme ansprechen, sich einfach wohlfühlen, wenn man alleine ist und am Sonntag so noch Gesellschaft haben. Es gibt Dauergäste, andere kommen nur sporadisch. Zu Beginn war auch der Gedanke wichtig, auf diese Weise ein lockeres Predigtnachgespräch mit dem Pastor zu ermöglichen, etwa nach der Devise: „Nun erklären sie mir mal, was sie mit diesem Satz gemeint haben!“   In diesem Sinne ist auch Pastorin Bettina von Thun begeistert vom Kirchenkaffee: „Es ist wichtig, dass es ihn gibt. Menschen finden so eine Anlaufstelle, um noch miteinander zu sprechen, wenn sie wollen und geben uns auch Rückmeldung zum Gottesdienst.“ Von Angesicht zu Angesicht reden nennt das Ruth Pulmer, eine der vielen Ehrenamtlichen, die ebenfalls dazu gehört und die heute mit Pastorin von Thun noch schnell über die Seniorenarbeit gesprochen hat, die sie mit betreut.   Spätestens um 13 Uhr sind dann alle wieder fort und genießen ihren Sonntag. Für die Frauen in der Küche ist dann Aufräumen angesagt und dann erst geht es nach Hause – denn wie schon gesagt: Ohne  ehrenamtliche Arbeit geht es nicht!  

(Dieser Beitrag ist am 5. Februar 2008 als Artikel erschienen in: Hamburger Abendblatt/Harburger Rundschau von Johanna Renate Wöhlke)