2. Teil von Horst Schönrock

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Hans Avenriep, langjähriger Lehrer bzw. Leiter der Grundschule Vahrendorf und Kirchenvorsteher, bezeichnet in seiner „Chronik“ das 1973 fertiggestellte Gemeindehaus als „Stätte der Begegnung für jung und alt“.
Nun galt es, dieses Haus mit Leben zu füllen.

Neben den dort untergebrachten Spielkreisen initiierte Pastor Hans Gerdts zahlreiche Aktivitäten. Es bildeten sich Gesprächskreise, Missionswochen wurden durchgeführt und einmal im Jahr trafen sich die Gemeinden aus dem Bereich Süderelbe zum Weltgebetstag bis heute.
Besonders die Jugendarbeit lag Pastor Gerdts am Herzen. So bildeten sich Jugendgruppen und eine Mädchenpfadfindergruppe unter ehrenamtlicher Leitung. Diese Gruppe machte es sich zur Aufgabe, im Obergeschoss des Gemeindehauses einen unausgebauten Raum herzurichten, der bis heute für die Gruppenarbeit zur Verfügung steht und für die Gemeindearbeit unentbehrlich geworden ist.

Auch die Kirchenmusik wurde aktiviert. So gründete Hans Gerdts einen Kirchenchor, den er selbst leitete.
Ebenso begannen die Familienfreizeiten auf Amrum, die bis heute Bestand haben, sehr gut angenommen werden und durch Mithilfe und Mitgestaltung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen gute Kontakte gerade auch unter den jungen Familien geschaffen haben und immer wieder schaffen.
In den Jahren seiner Tätigkeit entstand der Besuchskreis, der sich bis heute regelmäßig trifft, um die Besuche abzustimmen.

Das erste „Gemeindeblatt“ kam heraus, aus welchem inzwischen ein recht umfangreicher und informativer „Gemeindebrief“ geworden ist.
Beliebt waren die Plattdeutschen Gottesdienste, die Pastor Gerdts in unserer Kirche hielt.
Wichtig war ihm auch, Kontakt zu den Vereinen zu halten und zu vertiefen.

Das rege Gemeindeleben spiegelt sich in der Wahl zum Kirchenvorstand nach Neugründung der Nordelbischen Kirche 1976 wider: für die sieben Plätze kandidierten siebzehn Gemeindeglieder, die Wahlbeteiligung lag bei 40%. Dieses Ergebnis wurde nie wieder erzielt. Aber auch die späteren Ergebnisse mit rund 25% liegen weit über dem Durchschnitt der meisten anderen Gemeinden.
Auch weiterhin stellen sich genügend Gemeindeglieder als Kandidaten für den Kirchenvorstand zur Verfügung.

1974 begann Gisela Plocksties ihren Dienst als „Pfarramtshelferin“ in unserer Gemeinde.
Über viele Jahre hatte sie ihr kleines und bescheidenes Büro im Pfarrhaus, bis sie dann in den 90er Jahren in das Gemeindehaus umziehen konnte.
Gisela Plocksties war von Anfang an mehr als eine Pfarramtshelferin. Sie übernahm die Friedhofsverwaltung, die bis 1961 von Schulleiter Gustav Böttcher und anschließend von seiner Frau erledigt wurde. Daneben übernahm Gisela Plocksties mancherlei Aufgaben, die mit ihrer eigentlichen Tätigkeit als Verwaltungskraft nichts zu tun hatten. Sie gestaltete über viele Jahre die Schaukästen, beteiligte sich aktiv bei der Durchführung der Weltgebetstage und vieler anderer Veranstaltungen und brachte sich immer wieder neu in das Geschehen unserer Gemeinde ein. Ende 2005, also nach über 31 Jahren Tätigkeit in unserer Gemeinde, trat sie in den Ruhstand.

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