6. Teil von Horst Schönrock

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Ihm folgte nach einer halbjährigen Vakanz, in der Horst Schönrock als Vorsitzender des Kirchenvorstandes die Belange der Gemeinde mit großem Einsatz leitete (Anm. der Redaktion), 1993 der Pastor zur Anstellung Dr. Werner Steinmann, der 1996 vom Kirchenvorstand einstimmig zum Pastor der Gemeinde gewählt wurde.
Bei einer Klausurtagung des Kirchenvorstandes zu Beginn seiner Tätigkeit entwickelte Pastor Steinmann seine Vorstellungen von Gemeindearbeit. Insbesondere ging es ihm darum, von einer Betreuungs- zu einer Beteiligungsgemeinde zu gelangen. Die Gemeinde muss nach innen verbindlich und engagiert – und nach außen einladend, wirklichkeitsnah und glaubwürdig sein.

Folgerichtig ist seitdem die Kirche auch wochentags geöffnet und dient zunehmend als Ort der Einkehr.
Mit Hilfe des Kirchenvorstandes und vieler ehrenamtlicher Helfer und Helferinnen wurde und wird dieses Konzept der Gemeindearbeit umgesetzt.

Hierfür einige Beispiele: Dank der Gastfreundschaft des Freilichtmuseums am Kiekeberg finden seit 1994 zum Erntedankfest die Gottesdienste im Meyn’- schen Hof unter Mitarbeit und Beteiligung von Gemeindegliedern und der Volks- und Trachtengruppe Kiekeberg statt. Dieser Gottesdienst hat übergemeindliche Bedeutung gewonnen.
Ebenso gut angenommen sind die seit 1996 im Meyn’schen Hof stattfindenden Weihnachtsgottesdienste mit der Darbietung eines Krippenspieles und einer Christvesper in der symbolträchtigen Atmosphäre eines Stalles.

Die Verlagerung von zwei der drei Gottesdienste am Heiligabend nach dorthin wurde auch deshalb notwendig, weil unsere Kirche mit ihren ca. 120 Plätzen bei weitem nicht alle Gottesdienstbesucher aufnehmen kann.
Auch bei anderen Gottesdiensten – insbesondere bei Beerdigungen – erweist sich unsere Kirche immer wieder als zu klein.

Zu einer einladenden Gemeinde gehört auch der Kontakt zu den Vereinen und Institutionen „Rund um den Kiekeberg“. So lud auf Anregung von Pastor Steinmann der Kirchenvorstand die Verantwortlichen der umliegenden Vereine zu einem Gedankenaustausch ein. Hieraus ist der „Runde Tisch“ entstanden, der sich zu Beginn eines Jahres trifft und die Termine für das kommende Jahr abstimmt und zusammenstellt.

Die Zusammenarbeit wird auch durch einen vom DRK Ortsverband Vahrendorf und der Kirchengemeinde regelmäßig stattfindenden Basar und die gemeinsame Nutzung eines Busses vom TV Vahrendorf und der Kirchengemeinde deutlich.
Auf Initiative von Gemeindegliedern und Pastor Steinmann wurde 1995 der Familiengottesdienst ins Leben gerufen, der bis heute von den Initiatoren gestaltet und mitgetragen wird und fester Bestandteil der Gemeindearbeit ist und das gottesdienstliche Leben insgesamt bereichert.

Der Keller des Gemeindehauses wurde mit Hilfe von Jugendlichen zum Jugendkeller umgestaltet und ein Bandraum mit Schallisolierung eingerichtet.
Der Eine- Welt-Laden erhielt seinen Platz im Gemeindesaal.

Auch beim Abendmahl sind Veränderungen eingetreten. Der Kirchenvorstand beschloss, dass statt Wein Traubensaft gereicht wird. Damit bietet sich für Menschen, die keinen Alkohol trinken, die Möglichkeit, am Abendmahl teilzunehmen. Ebenso haben auch Kinder jetzt Zugang zum Abendmahl, wobei eine Einführung durch die Eltern oder im Konfirmandenunterricht als notwendig angesehen wird.
Auf Anregung aus der Gemeinde heraus wird inzwischen neben dem Traubensaft auch wieder Wein beim Abendmahl gereicht, weil hierfür ein dringendes Bedürfnis bei etlichen Gemeindegliedern bestand.

In den letzten Jahren erfüllte sich auch der Wunsch der kommunalen Vertreter in unseren Dörfern, Nichtkirchenmitgliedern die Kirche für Trauerfeiern zur Verfügung zu stellen. Es wurde immer wieder argumentiert, dass die Friedhofskapelle seinerzeit von und für die gesamte Bevölkerung unserer Dörfer erbaut wurde.

Ein besonderes Anliegen sind Pastor Steinmann die Gestaltung der Gottesdienste und die Predigten. In einem von ihm gegründeten Predigtvorbereitungskreis werden die Predigtexte besprochen und vertiefend diskutiert.

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